Checkliste für Geschwister
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"Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben:
die Sterne der Nacht,
die Blumen des Tages
und die Augen der Kinder."
Dante Alighieri

Kleine Packliste für Geschwister


Kind Nr. 2 ist unterwegs!

Geburtsvorbereitungskurs für Zweitmamas besucht.✔ Kliniktasche gepackt.✔ Babyschale steht parat.✔ Alle Vorbereitungen sind getroffen.✔ Alle?

Wichtig ist auch die zeitige Planung, wie der angehende große Bruder bzw. die große Schwester in spe während der Entbindung und während Deines Krankenhausaufenthaltes betreut wird.


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Es macht Sinn, neben der Kliniktasche auch die wichtigsten Dinge für das Geschwisterkind vorzubereiten. Hier ist es schwierig, eine maßgeschneiderte Checkliste zu erstellen, da es sehr vom Alter des Kindes, der Unterbringung und nicht zuletzt von den persönlichen Bedürfnissen abhängt. Dennoch sollen hier ein paar Stichpunkte zur Inspiration nicht fehlen:

Maximilian braucht:

  1. Alltagskleidung, Jacke, Mütze
  2. Schuhe für Drinnen und Draußen
  3. Schlafanzug, Schlafsack, ggf. Reisebett*
  4. Wickeltasche* mit Windeln, Feuchttüchern & Creme
  5. Medikamente, falls benötigt
  6. Zahnbürste & Kinderzahncreme
  7. Kita-Tasche* mit Brotdose* & Trinkflasche*
  8. Lieblingskuscheltier & Lieblingsspielzeug
  9. Ein Geschichten-Buch zum Vorlesen, z.B. "ministeps: Wir sind jetzt vier"*
  10. Schnuller für nachts
  11. Kleine TODO-Liste für Oma Erna, wann was gemacht werden muss (mit den wichtigsten Telefonnummern)
  12. Und noch ein Tipp: Besorge ein kleines Geschenk für das Geschwisterkind, das Du ihm beim ersten Besuch im Krankenhaus im Namen von eurem Baby gibst.

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Die Betreuung des Geschwisterkindes während der Geburt


Die Betreuung hat spontanen Charakter

Mit Ausnahme eines geplanten Kaiserschnitts lassen sich Termin und Dauer der Geburt und damit auch die Betreuung des Geschwisterkinds nicht planen. Die Wehen können genauso tagsüber, inmitten der Arbeitswoche, einsetzen - wie auch mitten in der Nacht. Die mit der Betreuung beauftragte Person sollte deshalb ausnahmslos zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar sein. Flexibilität, Erreichbarkeit und Verlässlichkeit sind hierbei das A und O.
Es kann auch ein Wechsel in der Betreuung eingeplant werden, für den Fall dass es länger dauern sollte. Tagsüber können z.B. die Großeltern die Betreuung übernehmen und abends die Schwester oder beste Freundin. Die Übergabe sollte vorab besprochen werden und die Telefonnummern sollten untereinander ausgetauscht werden.

Betreuung durch eine vertraute Person

Wie auch immer die Betreuung zeitlich organisiert wird, am Wichstigsten ist, dass sich Dein Kind wohl fühlt. Wenn Kinder bereits verstehen, dass ein Geschwisterchen zur Welt kommt, ist die Situation ohnehin schon aufregend genug. Die Betreuung sollte deshalb am Besten durch eine Bezugsperson oder zumindest durch eine nahestehende und vertraute Person erfolgen.

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Geschwisterkinder
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Wie bereite ich mein Kind auf ein Geschwisterchen vor?

Erinnerst Du Dich noch an Deine 1. Kugelzeit? Es war neu und aufregend. Was erwartete Dich wohl im Verlauf der Schwangerschaft? Bei der Geburt? Und erst danach? Du hattest Deine Vorstellung vom Eltern-Sein. Vom Baby-Alltag. Vom "neuen" Leben mit Verantwortung. Aber deckt sich die Vorstellung mit Deiner heutigen Erfahrung? In manchen Dingen ja... Aber wenn wir mal ehrlich sind: In vielen Dingen auch nicht. Und das ist vollkommen ok!

180° im Crashkurs!

Du warst perfekt vorbereitet - hast Anschaffungen getätigt, viel im Internet gelesen und auch einen Babypflegekurs besucht. Und dann kam Baby Nr. 1! 180°-Wende! Berufsalltag, Reisen, Freizeit, Freundschaften, Schlafgewohnheiten,...? Alles auf den Kopf gestellt. Dein Leben war plötzlich ein anderes als zuvor. Viele emotionale Momente, Glückshormone, Muttergefühle, Babys erstes Lächeln...

Doch auch andere Dinge machten sich breit: Schlafmangel & Augenringe. Dazu kamen noch gelegentliche Knie- und Rückenschmerzen. Erst vom Tragen. Später vom Bücken um Essensreste vom Boden aufzuputzen und diverse Dinge aufzulesen. Ach ja... und der chronische Zeitmangel: für Dich selbst, Deine Freunde, den Partner. Dein Alltag verlief nun also nach einem neuen Programm. Und: Du hattest blöderweise vergessen, den Kurs dafür zu besuchen! Es folgte also der Crash-Kurs - im wahren Leben!

Heute, einige Elternmonate - vielleicht auch Jahre - später, habt ihr als Familie euer Programm, euren Rhythmus, euer "Rulebook" entwickelt. Dazu gehören Erziehungsgrundsätze, ebenso wie auch das Zubettgeh-Ritual, die Lieblingsnudeln, der Oma-Tag,... Viele Fixpunkte und Routinen im Alltag. Nur nichts davon war von Anfang an auch genau so geplant. Nein? - Nein! Es ist gewachsen... Und damit bist auch Du in Deine Eltern-Rolle hinein gewachsen.

So ähnlich verhält es sich auch bei neuen Geschwisterchen. Zugegeben: nicht mehr alles ist ganz neu. Man hat nun eine Idee, was "Familie sein" bedeutet. Doch eines hat sich nicht verändert: So viel man sich in Gedanken ausmalen mag - so anders ist die Realität. Fest steht nur eines: Die Familie entwickelt sich auf ein Neues weiter, lernt sich neu kennen, wächst an den Herausforderungen. Und jeder findet schließlich seine Rolle darin.

Zwischen Fürsorge und Entthronung

Wie aber ist es um Gefühle bestellt? Eifersucht gegenüber dem neuen Geschwisterchen? Ängste um den Verlust der Rolle als Mittelpunkt? Ängste um den Verlust der vollen Aufmerksamkeit von Papa und Mama? Das Erstgeborene ist nun schließlich nicht mehr die unbestrittene Nummer eins. Je geringer der Altersabstand zwischen Geschwistern ist, umso schwieriger ist es für die Erstgeborenen, damit umzugehen. Psychologen sprechen vom "Entthronungstrauma".

Wir müssen an dieser Stelle nicht zurück zu Kain und Abel, um uns vor Augen zu führen, dass solche Gefühle bis zu einem gewissen Maß einfach nur menschlich und normal unter Geschwistern sind. Wichtig ist es nur, wie wir diesen Gefühlen begegnen. - Wie wir Ängste und Konkurrenzgefühle als Eltern entkräften können.

Einer der Schlüssel dazu lautet: Das ältere Geschwisterkind von Anfang an konstruktiv mit einbeziehen. Das kann auf spielerische und praktische Art geschehen, auch schon vor der Geburt. Ältere Geschwister können beispielsweise bei Vorbereitungen wie dem Einrichten des Babyzimmers helfen. Ist das Baby dann da, können die Großen - je nach Alter - bei der Körperpflege, beim Füttern oder anderen Abläufen mithelfen. Aktiv mitzumachen fördert nicht nur das Selbstvertrauen, sondern es entwickelt sich bei den älteren Geschwister schnell ein Gefühl der Fürsorge. Nicht selten macht sich sogar ein wahrhafter Beschützerinstinkt bemerkbar.

Tipp: Mittlerweile gibt es bereits für Kleinkinder ab ca. 24 Monate tolle Bilderbücher, in denen altersgerecht vermittelt wird, wie es ist, ein Geschwisterchen zu bekommen. Über Bilder und Geschichten lassen sich viele Botschaften einfacher vermitteln und die Kinder können das Thema "Geschwisterchen" zunächst ganz unbefangen aus der Beobachter-Perspektive erfahren.

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Exklusive Aufmerksamkeit

Neugeborene Babys sind hilflos und schutzbedürftig. Sie bekommen von Haus aus viel Aufmerksamkeit. Gerade in der ersten Zeit sollte deshalb auch ein Augenmerk darauf gerichtet werden, dem älteren Kind "exklusive Aufmerksamkeit" zukommen zu lassen. Zum Beispiel über eine regelmäßige gemeinsame Spielstunde, wenn das Baby gerade schläft. Das Thema "Aufmerksamkeit" schließt übrigens auch Situationen ein, in denen Angehörige dem Baby Geschenke machen. Es sollte dann auch immer eine Kleinigkeit für das ältere Geschwisterkind dabei sein.

Ein besonderer Punkt ist dabei auch der Körperkontakt. Durch Bonding, Tragen und Stillen erhält das Neugeborene in den ersten Lebenswochen sehr viel Körperkontakt, speziell zur Mutter. Das bekommen Geschwisterkinder unweigerlich mit. Deshalb sollte es auch "exklusive Kuscheleinheiten" für das Geschwisterkind geben. Möglicherweise wird während dieser Zeit auch die Bindung zum Vater verstärkt, da dieser sich nun mehr um das Erstgeborene kümmert, während die Mutter sich um das Baby kümmern muss. Daraus ergibt sich eine perfekte Gelegenheit zur Intensivierung der Vater-Kind-Bindung.

Erfahrungsaustausch unter Eltern

Nicht zuletzt kann auch der Austausch mit anderen Eltern in der gleichen Situation helfen, Verhaltensweisen zu verstehen und neue Umgangsmöglichkeiten zu entdecken. Dieser Artikel und insbesondere dieser Absatz "Wie bereite ich mein Kind auf ein Geschwisterchen vor?" soll deshalb der gleichnamigen Blogparade des Blogs "Kinderbilden" gewidmet werden.

[ Aktualisiert am: 23.07.2017 ]

Blogparade Geschwisterkind

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Auf Baby und Familie erhalten Eltern Rat, wie man man dem Erstgeborenen erklärt, dass ein Geschwisterchen kommt und dabei Eifersucht vorbeugt:


Auch der folgende Artikel auf Eltern.de widmet sich dem Thema, wie Eltern ihr Kind auf den Familienzuwachs vorbereiten und auf Fragen richtig reagieren können: